Zweifellos wollte Pfarrer Johann Rauchberger (1540 - 1562) und mit ihm die ganze Pfarrgemeinde mit der Erhöhung des Turmes ein wehrhaftes Wahrzeichen für den Marktort errichten lassen, denn der praktische Wert der Kirchturmerhöhung war gering. Auf das quadratische Turmgemäuer wurde ein Stockwerk mit einem Wehrgeschoß gebaut und damit ein besserer Ausblick gegen nahende Feinde geschaffen. Vorspringende Erker mit Schießscharten wurden angelegt. Ein Großteil der Erhöhung erfolgte aber doch durch das aufgesetzte Helmdach aus Schindeln. Pfarrer Johann Burkgraf konnte das Turmwerk 1564 vollenden.

Durch das Wehrgeschoß diente die Kirche in unruhigen Zeiten als ein fester Zufluchtsort. Die Kirchhofmauer wurde über ihre Zinnen hinaus erhöht und besaß eine Schartenreihe, wie alte Gemälde bezeugen. Über dem steinernen Torbogen entstand ein Stockwerk für die Benefiziatenwohnung. Vier Benefiziaten (Hilfspriester, die die Messe feierten) gab es neben dem Pfarrer in Haag. Die Entwicklung von Markt und Kirche ging meist Hand in Hand. Als die erste Kirche gebaut war (Kirchweihe 1032), wuchs um sie herum eine Bauernsiedlung; als die mächtige gotische Kirche nahe vor der Vollendung stand, erfolgte die öffentlich-rechtliche Anerkennung des Ortes als Markt.

Von der gotischen Ausstattung des Kircheninneren ist nur das Taufbecken aus rotem Marmor vorhanden. Die Chronik (nach Hoheneck) berichtet über die von Hans Rohrbach im Jahre 1435 (?) gestifteten Glasfenster mit den Bildnissen der Heiligsten Dreifaltigkeit und der Heiligen Georg, Nikolaus, Michael und Kunigunde.

Pfarrer Vitus Daniel Götz, Kanonikus von Bamberg (1689 - 1727) ließ 1690 die Kirche an der Seite des früheren Marienaltars (Südseite) mit größeren Fenstern versehen und an Stelle dreier älterer Glocken andere von größerem Gewicht anbringen. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstand auch der frühbarocke Haupttrakt des Pfarrhofgebäudes.