Die Ritter von Klingenbrunn

 

Erstmals sind urkundlich 1223 die Brüder Otto und Rudigerus de „Chlingelbrunne“ erwähnt. Die Ritter von Klingenbrunn brachten ihren klangvollen Namen aus Oberösterreich mit, als sie vom Hochstift Bamberg in die Hofmark Haag in Dienst genommen und mit Grund belehnt wurden. Auch in den weiteren Jahrzehnten des 13. Jhs. treten die Klingenbrunner als Gefolgsleute der Bischöfe von Bamberg auf.

Vermutlich im 14. Jh. gelangte das Klingenbrunner Ritterlehen in den Besitz der Familie de „Zaucha“. Ihr Sitz war im Süden der bambergischen Hofmark - im Bereich der Katastralgemeinde Hartlmühl, am Ufer des Zauchabaches - und ist aus verschiedenen kleinen Ritterlehen (Bauernhöfe) zusammengewachsen. Sie scheinen bereits um 1207 durch Ditricus de Zaucha in einer Urkunde auf und waren an Ansehen und Gewichtigkeit bei den Bischöfen von Bamberg gleichwertig mit den Hagwaldern („Hochwall“) im nördlichen Gebiet der Hofmark.

Das nun aufstrebende Geschlecht der Rohrbacher, welches nach 1300 vom östlichen Traunviertel, unweit der Enns, ihre Burg in Nähe des Zauchabaches errichteten, hatten bald die alteingesessenen Zaucha überflügelt. So ist ein Rohrbacher namens Ulrich 1. 1375 Vogt zu Haag und Landrichter des Landes ob der Enns. Rund vierzig Jahre später (1418) verkaufte (oder vererbte) der letzte in der Hofmark bekannte Zaucha, Heinrich Zauchinger, das Gut Klingenbrunn an Hans von Rohrbach, das 1420 in einem Bamberger Lehenbuch nur als „Burgstall“ bezeichnet wird (Rudolf Büttner). Anstelle der alten Feste haben die Rohrbacher 1487 das sogenannte Wasserschlößchen erbaut.

Mit den Söhnen Wolfgang III. von Rohrbach (Hans Christoph, 1629 gest. und Wolf Andreas, 1636 gest.) starb die Klingenbrunner Linie aus; ebenfalls auch das Geschlecht der Rohrbacher durch das Ableben von Hans Adam II.

 

Die verwitwete Tochter Anna Margaretha von Rohrbach heiratete 1650 den aus dem Waldviertel stammenden Gutsbesitzer und Schriftsteller Wolf Helmhard Ritter von Hohberg.

1652 gelangte er in den Besitz der Herrschaften Rohrbach (mit 64 Untertanen) und Klingenbrunn (mit 52 Untertanen). Wirtschaftliche und konfessionelle Überlegungen bewogen 1664 Hohberg die beiden Herrschaften zu veräußern. Matthias Riss von Risenfels, ein reicher Steyrer Handelsherr, kaufte die zwei Güter um 38.000 Kronen.

Die Familie Ritter von Risenfels stammte aus einem alten, katholischen Tiroler Geschlecht und war im Zuge der Gegenreformation nach Steyr gezogen. Von Kaiser Ferdiand I wurde 1636 Matthias Riss in den rittermäßigen Reichsadel „von Risenfels“ erhoben. Die Freiherren Risenfels errichteten im 18. Jh. für ihre Marktwohnung in Haag ein kleines Schlößchen (Höllriglstraße 3).

Das baufällige Schloß Klingenbrunn, das schon 1832 unbewohnt war und der Familie Risenfels nur zu ökonomischen Zwecken diente, wurde von Philipp Maria von Risenfels, k.k. Kämmerer, Ritter des königl. bayer. St. Georgs Ordens, im Jahre 1848 abgetragen. Mit seinem Enkel Philipp von Risenfels (geb.1860) starben am 13. Jänner 1932 die Freiherren von Risenfels im Mannesstamme aus.