Es ist noch nicht lange her, da mag unser unvergeßlicher und weitbekannter Heimatdichter Professor Wagner an den Zinnen unserer Kirche gestanden und in die Pracht der fernen Alpenwelt, die über unsere Hügel herübergrüßen, geblickt haben. Dieser herrliche Blick kann es gewesen sein, der seiner Dichterseele den Impuls zu seinem Epos "Die Ennswaldeiche" gab, in dem er immer wieder seligkeitstrunken seine geliebte Hügelheimat mit ihren Bewohnern besang. Und so ist aus Dichtermund ein selten schönes Preislied auf unsere engere Heimat, dem Mostviertel mit seinen Leuten und das Werden dieses gesegneten Landes erstanden.

Und in der Tat, der Herrgott muß dieses Fleckchen Erde zwischen Donau und Enns schon recht lieb gehabt haben, als er es geformt. Sanfte Hügelketten, mit Wäldern bekränzt lösen einander ab und geben dem ganzen Land ein sanft gerundetes Aussehen. Saftige Wiesen und wogende Felder breiten sich darauf aus und umsäumen die weiten Täler. Und in den Talmulden, lauschig versteckt hinter Erlen und Sträuchern, rieseln die Bächlein. Baumzeiler an Baumzeiler ziehen Wege zwischen die Felder und Wiesen und lassen uns den Obstreichtum dieser Gegend erahnen. Darinnen eingebettet lugen aus dem Grün der Obstgärten die mächtigen Vierkanter hervor. Stolz und behäbig stehen sie da, diese Zeugen einer ungebrochenen und selbstbewußten Bauerntradition.