Das Abenteuer in der Schlucht

Die Steyrschlucht mit dem Phänomen der " Rinnenden Mauer" bietet eines der eindruckvollsten Naturschauspiele in Oberösterreich.

Im Talbecken mit der Nationalparkgemeinde Molln (Oberösterreich) hat sich die Steyr seit dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren tief in das Konglomeratgestein eingegraben. Die Schlucht ist weder von der Straße, noch von den umliegenden Aussichtspunkten einzusehen.

Mit diesen kurzen Informationen an die 20 Teilnehmenden Kinder beim ersten Termin am  27. Juli bzw. 16 Kinder beim zweiten Termin am 3. August starteten  wir unsere  Miniexpedition durch die Schlucht. Nach fast einer Stunde über Feld und Waldwegen erreichten wir die plötzlich abbrechende Schluchtkante. Die Kinder konnten es kaum erwarten, und es erfolgte der erste  Höhepunkt, der Abstieg zum Ufer des wilden Flusses und zur " Rinnenden Mauer".

Auf Grund des niederschlagsreichen Sommers kam diesmal ordentlich viel Wasser aus der Wand. Wie ein grüner Teppich überzieht eine prächtige Quellflur aus verschiedenen Moosen und Pflanzen die Felswand. Die Wassertropfen funkelten im Sonnenlicht um die Wette.

Am 27. Juli war Badewetter uns so ließen es sich die Kinder nicht nehmen beim herumklettern in den Felsnischen, freiwillig unter die Dusche zu gehen.

Unsere Tour führte uns wieder aus der Schlucht heraus und entlang der Schluchtoberkante mit schaurig schönen Tiefblicken zum neuerlichen, diesmal viel anspruchsvolleren Abstieg in die sich ständig verändernde Landschaft am Fluss. Dieser Abstieg hatte es in sich und es wurde schnell still in der Gruppe der 7 bis 13-Jährigen. Über Felsstufen und Wurzeln ging es vorbei an Höhlen und überhängenden Felsformationen steil hinab, das letzte Stück weglos zu einer schmalen Schotterbank.

 

Der Höhepunkt:  Durch den reißenden Wildbach

Die Krumme Steyerling, ein Gebirgsfluss der aus dem Sengsengebirge kommt und in die Steyr mündet ist auch im Sommer nicht wärmer als 14  bis 15 Grad und auch die Strömung ist nicht zu unterschätzen. Da die Brücke über die Schlucht im  Mündungsbereich der im Februar 2009 durch einen Felssturz zerstört wurde, mussten wir diese Stelle auf abenteuerliche Weise umgehen. Nun waren die Kids so richtig gefordert, Teamarbeit war gefragt.

Die Älteren halfen den Jüngeren, die Mutigen den etwas zögerlichen.

Und alle mussten durch - und alle meisterten diese Hürde.  Wengleich einige so richtig nass wurden -  diesmal unfreiwillig. Am anderen Ufer angelangt hatten sich die Kinder (schon längst zu einem "verschworenen Haufen" zusammengeschweißt ) beim Abtrocknen viel zu erzählen.

Die Schlucht wechselte nun ihren Charakter völlig. Der schmale und anspruchsvolle Steig führt durch schattige, urwüchsige Vegetation. Steighilfen und Holzleitern ermöglichen immer wieder einen Durchschlupf, bis der Blick zur Schotterbank mit dem Grill- und Badeblatz  frei wurde- endlich. Hier verbrachten alle noch schöne eineinhalb Stunden beim Lagerfeuer, beim Baden und Spielen am Gebirgsfluss.

Die Kinder hatten so viel Spaß, das wir Betreuer mühe hatten sie zum "Heimfahren" und zum Ausstieg aus der Schlucht zu bewegen.

Die Haager  Naturfreunde setzen beim Ferienprogramm auf Erlebnispädagogik. Das Erleben der Natur, und das kennen lernen

der eigenen Grenzen ist eine wertvolle Erfahrung für junge Menschen. Sowie  willkommene Abwechslung  zum Alltag und zur Schule.

 

Gerhard Mayrhofer