Am Samstag den 27. Mai 2006 um 18.00 Uhr kamen die Maibaumdiebe aus St. Johann und retournierten den am 1. Mai 2006 um 21.03 Uhr gestohlenen Maibaum. Wie von den geübten Maibaumdieben der Feuerwehr St. Johann nicht anders zu erwarten, wurde der Baum in kurzer Zeit wieder aufgestellt.

Bei der anschließenden Gerichtsverhandlung vor dem Musikheim in Haag wurden die Maibaumdiebe in 4 von 5 Anklagepunkten für schuldig gesprochen. Unter dem Vorsitz des Einzelrichters Dr. Hinrichter (Karl Kininger) verlas der Staatsanwalt Dr. Beinhart (Stefan Lüdke) die Anklageschrift. Als Vertreter der Nebenklägerin Christine Illich fungierte der berühmte Rechtsanwalt Dr. Eisenfaust (Johann Stollnberger).

Die insgesamt 6 Angeklagten unter der Führung von Martin Stollnberger wurden von Hrn. Dr. Ehrentreu rechtsfreundlich vertreten. Auch der von den „Johannser” Maibaudieben aufgerufene Brauchtumsforscher und gerichtlich verleugnete Sachverständige DDr. Maibaum konnte keinen Freispruch für die Angeklagten herbeiführen.

In der Vernehmung des Sprechers der Angeklagten Martin Stollnberger sowie der Zeugen Christine Illich (Eigentümerin des Maibaumes), Helmut Berndl (Eigentümer des Gasthauses Berndl in St. Johann und Anstifter zum Maibaumdiebstahl) und Franz Rauchegger (Doppelagent in Sachen Maibaumdiebstahl) konnte die Schuld der Angeklagten bewiesen werden.

Besonders erschwerend wurde vom Geicht gewertet, dass es sich bei dem gestohlenen Maibaum aufgrund seiner Größe um einen so genannten minderjährigen Maibau handelt. Die Strafe fiel aus diesem Grund besonders streng aus.

Die Diebe wurden dazu verurteilt, dem Maskottchen des Haager Maibaumes HUTSCHI (einer 70 kg schweren Wildsau) ein Versöhnungsbussi zu geben. Da die Sau jedoch über Geschmack verfügt ließ sie sich von den Johannser Jungfeuerwehrmännern nicht dazu überreden.

Im anschließenden gemütlichen Beisammensein kam es zu einer feuchtfröhlichen Versöhnung zwischen den Maibaumdieben und der Haager Bevölkerung.

Alle Fotos: © Gerhard Obermayr