MAIBAUMDIEBE VERURTEILT

Stadt Haag. Zu einer Riesengaudi und einem kleinen Haager Volksfest gestaltete sich die Rückgabe des Maibaums. Die Freude der Haager nach ihrer Plaggerei des Maibaumaufstellens am 30. April dauerte nicht lange, denn einige findige Burschen entführten den Stolz des Haager Hauptplatzes. Beim damaligen Versuch den Maibaum umzulegen, fiel dieser auf einen Trakt des Pfarrhofes, der dabei beschädigt wurde und der Maibaum zerbrach ebenfalls. Der Riesenkracher hat den Pfarrer aus dem Schlaf gerissen und so blieben die Diebe nicht unerkannt. Die Burschen eines Stammtisches aus Wolfsbach-Meilersdorf hatten sich aber mit ihrem Diebstahl eine zusätzliche unerwartete Arbeit „aufgerissen“. Am nächsten Tag durfen sie schon mit der Renovierungsarbeit am Haager Pfarrhof beginnen. Doch die Freude es den Haagern gezeigt zu haben und vom Hauptplatz einen Maibaum zu entwenden war größer. Eines war damals sicher, die Maibaumrückgabe wird zu einem Riesenfest und dies wurde es auch.

Am letzten Sonntagabend (29.5.) war es soweit. Eine große Abordnung aus Wolfsbach angeführt vom Bürgermeister und der Musikkapelle zog mit den Dieben und dem Maibaum in die Haager Stadt ein. Da der Original-Haager Maibaum kaputt war, brauchten Sie einen neuen Maibaum und mußten sich in einer öffentlichen Gerichtsverhandlung verantworten.

In einer überaus humorigen Gerichtsverhandlung lieferten sich der Haager „Staatsanwalt“ Franz Aigner mit dem redegewandten Wolfsbacher „Verteidiger“ Mag. Fritz Mitterer ein verbales Duell. Jeder wußte auf die Aussage des Anderen eine noch tollere Antwort. Bei manchen Veranstaltungsbesucher vibrierte das Zwerchfell vor Lachen. Nach Zeugenbefragungen von Stadtpfarrer Schlögelhofer, Cafetier Illich, Bürgermeister Sturm aus Haag und Bürgermeister Sturm aus Wolfsbach wurden vom „Richter“ Christoph Buber die Wolfsbacher Diebe zur Übernahme von Speis’ und Trank’ verurteilt und die drei Hauptangeklagten erhielten als Draufgabe eine Kopfdusche.

„Unser früherer Maibaum war schöner.“, waren sich die Haagerinnen und Haager, die viele Arbeitsstunden in die Gestaltung des Original-Haager Maibaums aufgewendet haben, einig.

Eines ist jedenfalls sofort zu erkennen, so schief wie dieser neue Maibaum, ist bisher noch nie ein Haager Maibaum gestanden. Einen großen Unterschied zu Pisa findet sich nun in Haag. In Pisa wurde der „schiefe Turm“ gerade, in Haag wurde dank er Wolfsbacher Maibaumdiebe der original „gerade Maibaum“ schief.

Viel Zeit zur Betrachtung des schiefen Maibaumes bleibt aber nicht mehr, denn bald beginnt der Aufbau der Zuschauertribüne des Haager Theatersommers.

Alle Fotos: © Gerhard Obermayr